Muslimbruder verurteilt

Muslimbruder verurteilt

Vor dem Landesgericht für Strafsachen in kam es zu einem lange erwarteten Verfahren. Der aus mehreren Medien bekannte Journalist war von dem aus Ägypten stammenden Ibrahin Ali im Internet grob angegriffen und beleidigt worden, und hatte gegen Ali eine Anklage eingebracht, vertreten von der Kanzlei Lansky, Ganzger & Partner. Ali hatte sich in Facebook ausgetobt, mit 1500 „Followern“ und Freischaltung für alle. Eine breite Öffentlichkeit nennt man das.

ist kein Unbekannter. Er wirbt öffentlich für die in vielen Ländern als terroristische Organisation verbotene . Ali tritt für den Koordinierungsrat der Ägyptischen Gemeinde auf, einer zentralen Zelle der in . Nebenbei ist Ali Verwalter des islamischen Friedhofs in Wien. Dort dürfen nur nahe Mitstreiter bestattet werden.

Oft sieht man Ibrahim Ali mit dem Zeichen der , dem berüchtigten Zeichen der Muslimbruderschaft. Manche glauben, die würden ein Symbol für die Revolution der Muslimbruderschaft in Ägypten darstellen. Die , das Zeichen ist in Ägypten verboten, wurden aber schon lange davor verwendet. Sie stellen die wichtigsten Grundsätze der Muslimbruderschaft dar:
Der Koran ist unsere Verfassung.
Der Prophet ist unser Führer.
Der Jihad ist unser Weg.
Der Tod für Allah ist unser nobelster Wunsch.

Gründer Hasan al-Banna hatte in seinem programmatischen Aufsatz The The Way of Jihad die Wichtigkeit des Jihad für seine Organisation besonders betont.

Die Verhandlung wurde von Richter Thomas Spreitzer trocken geführt, der Richter ließ keine Diskussionen aufkommen. Beschämend war, dass Ibrahim Ali einen Gerichtsdolmetsch brauchte, obwohl er sich nach seiner Aussage schon seit 38 Jahren in Österreich aufhält. Integration steht nur auf dem Papier.

Alis Verteidiger sorgte für eine lustige Einlage. Als Beweis, dass die vier Finger auch von anderen gezeigt würden, hielt er ein Bild des polnischen Fußballers Lewandowski hoch, in dem der Sportler vier Finger gehoben hatte. Der Verteidiger schien nicht zu wissen, dass Lewandowski in jenem Spiel fünf Tore geschossen und alle mit erhobenen Fingern bejubelt hatte.

Die Beweise waren ausreichend. Ibrahim Ali wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, teilweise bedingt verhängt. Wer sich mit Facebook einlässt, muss zahlen. Das Urteil wurde rechtskräftig. Eine unschöne Begleiterscheinung gab es im Nachhinein, der Verteidiger verweigerte die Bezahlung der Gerichtskosten.

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