Wer regiert Rapid?

Wer regiert Rapid?

Der – der Fußballverein mit der weitaus größten Zahl an Anhängern in , und über die Grenzen hinaus. Hunderttausende sind im Herzen Grünweiß. Andere Vereine, etwa die Rindvieh-Dosen in Salzburg, müssen bei jedem Spiel mit Mühe und Zuckerbrot einige tausend Zuschauer in die Arena schaufeln, zu Rapid-Spielen kommen Anhänger freiwillig.

Aber grünweiße Fans zögern oft auch schon, zu Spielen zu gehen. Nicht der Verein ist der Grund, nicht die auf und ab schwankende Leistung. Sondern die sogenannten , mit ihren kleinen Trabantentrupps. Bei jedem Spiel werden Rauchtöpfe und Brandsätze verwendet, manchmal auch Raketen abgefeuert. Im Durchschnitt sieht man bei jedem zweiten Spiel minutenlang nicht das Spielfeld. Wenn es auch bei den Ultras weniger Gewalttätige gibt als bei anderen Vereinen – etwa Austria und Innsbruck – fühlen viele Fans ihre und ihrer Kinder Sicherheit schwinden.

Wer sind die Ultras? Kein registrierter Verein, sondern eine anonyme Gruppe. Ihre Webseite hat kein Impressum. Sonst könnte man vielleicht einen von ihnen zur Verantwortung ziehen. Wer schert sich schon um Gesetze? Das Ultra-Verhalten ist oft heftig und nicht immer legal. Der Sportklub zögerte bisher, gegen die Ultras aktiv zu werden. Sie brächten Geld und sie brächten Stimmung.

Geld ist relativ. Rapid muss nach so gut wie jedem Spiel hohe Geldstrafen zahlen, hauptsächlich für das sinnlose Abbrennen gefährlicher (und verbotener) Feuerwerkskörper. Dass viele Ultras dabei vermummt sind (ebenfalls verboten), macht es nicht besser. Die müde Ausrede, das sei „Choreographie“, mindert die Strafen nicht. Und Stimmung? Klar, Hütteldorf ist gefürchtet, und auch bei Auswärtsspielen hört man wenig mehr als die Rapid-Fans. Ob aber echte Fans weniger brüllen würden als die Ultras, bleibt dahingestellt. Weniger Beleidigungen gäbe es jedenfalls.

Der letzte Vorfall – Ultras zwingen Spieler und Funktionäre zu einer „Aussprache“ auf der Autobahn – sollte aber die rote Linie überschritten haben. Die Ultras, als nicht existierender Verein, sind niemand, der Vorschriften machen und nötigen dürfte.

Der Sportklub Rapid sollte sich dazu aufraffen, Feuerwerkswerfer und Vermummte mit Stadionverboten zu belegen, und darf auch von Fangruppen verlangen, diese müssten sich als Verein registrieren, um als Fangruppe anerkannt zu werden. Dann käme nämlich auch die Haftung zum Tragen, dass solche Gruppen für Geldstrafen und sonstige Folgen aufkommen müssten.

Das Maß ist voll: Fans ja, Ultras nein. Die Toleranzgrenze wurde schon ausgereizt, Ultras schaden dem Verein. Rapid hat Tradition, aber diese Tradition heißt nicht Ultras.

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